Arbeit an buddhistischem Tempel in Lichtenhagen wird wieder aufgenommen



Für Buddhisten in Rostock war der coronabedingte Baustopp des neuen Meditationszentrums eine ernüchternde Nachricht. Der Bau sollte schon Ende 2020 fertig werden, konnte aber unter den Einschränkung der Pandemie im öffentlichen Leben und aufgrund fehlender Materiallieferungen nicht vollendet werden. Jetzt — nach vier Monaten Stillstand — wurde die Arbeit am Gebäude wieder aufgenommen. Wann der Tempel nun offiziell für die Öffentlichkeit geöffnet werden kann, steht aber noch nicht fest. Seit der Grundsteinlegung 2019 hat sich jedoch schon viel getan. Zumindest die Außenfassade des neuen Gebäudes lässt keinen Zweifel mehr an der angedachten Verwendung.


Als Vorbild für das Vorhaben gilt die Linh-Thuu-Pagode in Berlin. In Rostock soll ebenso gebetet und meditiert werden können. Ein angeschlossenes Wohngebäude dient darüber hinaus buddhistischen Nonnen zum Essen und Schlafen. Aber auch über das Leben der Buddhisten hinaus, soll die Pagode wirken, so die Äbtissin Thich Nu Dieu Phuoc. „Rostock ist eine weltoffene multikulturelle Stadt“, sagt die Äbtissin. Als Ort des Austauschs und der Begegnung hätte der Tempel einen viel weiteren Zweck für alle Nationalitäten und Religionen. Nach dem Prinzip, jeder — unabhängig seines Glaubens — sei im Buddhismus willkommen, sollen das Innere des Tempels ferner für die Etablierung einer Jugendgruppe und verschiedene Meditationskurse genutzt werden. Auch das besondere Highlight — die Parkanlage um den Tempel — soll der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.


Anwohner und der Ortsbeirat begrüßen das Projekt, dadurch könne die kulturelle Vielfalt des Stadtteils und der gesamten Hansestadt gestärkt werden. Ein Leuchtturmprojekt für einen Stadtteil, der der Hansestadt 1992 aufgrund rassistischer Vorfälle gegen Asylbewerber traurige Bekanntheit einbrachte. Ein Anzeichen des Wandels, dass der Initiator, die Buddhistische Vietnamesische Gemeinde aus Berlin, nicht davor zurückschrak, genau diesen Standort auszusuchen. Auf der früheren Hundewiese an der Wolgaster Straße bricht die Pagode nun mit dem Plattenbaustil und lockert den Stadtteil auf.

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