Don-Bosco macht Schule

Aktualisiert: Apr 28

Wieder klingelt das Telefon. Erneut eine Anfrage an Gert Mengel, Schulleiter der Don-Bosco-Schule Rostock. In letzter Zeit ist er ein gefragter Mann. Der Spiegel hat ihn interviewt aber auch Süddeutsche Zeitung oder der Berliner Tagesspiegel schreiben über ihn. An diesem Morgen empfängt er den Abgeordneten Peter Stein (CDU) zum Gespräch. In seinem lichtdurchfluteten und gut belüfteten Büro erzählt er von seinem Erfolgsprojekt – der systematischen Teststrategie seiner Schule.


Regelmäßig werden die Schüler nun getestet. Laut eigener Internetseite immerhin 750 in insgesamt 30 Klassen. Wenn sie morgens ankommen, sind die Tests schon gelaufen. Denn sie werden von den Kindern und Jugendlichen selbstständig zuhause erledigt. Kommen Sie an der Don-Bosco an, laufen sie an den zwei Haupteingängen den Lehrern an den vorab präparierten Abnahme-Stationen entgegen. Diese sind modern mit Computern und technischen Materialien ausgerichtet. Die Abgabe wird in Listen übertragen.


Qualitätsprodukt: Es wird Wert auf Sicherheit und Zuverlässigkeit gelegt


Das Erfolgsrezept liegt in der Systematik. Die Testabgabe erfolgt an neuralgischen Punkten. Die Schülerinnen und Schüler bewegen sich in festen Gruppen. Und selbst der architektonische Aufbau der Schule hilft. Vier Ein- und Ausgänge an vier Hausseiten verbunden durch ein Rondell in Treppenform als Verknüpfungspunkt sorgen dafür, dass sich Menschenmengen nicht stauen und ferner, dass große Gruppen schnell und effizient in alle Richtungen „abfließen“ können. „Für mich als gelernten Architekten eine besondere Freude“, befindet Stein.


Wichtig sei aber auch Überzeugungsarbeit. Viele Gespräche habe es laut Mengel gegeben, mit Lehrern wie auch Schülern und Eltern. Doch am Ende setzte sich die Überzeugung durch, dass Lehre, das heißt nicht zuletzt eine gesundheitlich sichere Präsenzlehre, derzeit besonders wichtig sein würde.


Auch die Lehrerinnen und Lehrer an den Stationen wirken zufrieden. Systematisches testen bedeutet auch für sie einen Mehraufwand. Doch nehmen sie es locker. Eine Lehrerin erzählt: „Dienstag konnte ich sonst immer ausschlafen, das geht jetzt leider nicht mehr“, und lacht anschließend herzlich.


Zudem stärkt es das Vertrauen in die Kinder, die die Tests ausführen. Für Schulleiter Mengel ist längst klar, die jungen Menschen, oft zu wenig beachtet in der Krise, sind Teil der Lösung und nicht des Problems. Am Ende ist man sich einig. Schule und Testsystematik sollten Vorbildwirkung haben und „weiter Schule machen“, attestiert Stein.




Bildrechte: Peter Stein


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