Essbare Südstadt - Förderverein will Städtern Bezug zur Nahrung geben


Brombeeren aus lokaler Herkunft / Bild: Magnus Schirmer
Brombeeren aus lokaler Herkunft / Bild: Magnus Schirmer

Zu einer lebenswerten Stadt gehören mehr als die eigenen vier Wände, guter Breitbandanschluss, ein Parkplatz und ein verfügbarer KiTa-Platz in fahrbarer Nähe. Ein gutes Leben in der Stadt hängt von vielen weiteren Faktoren und Angeboten ab, wie: Kultur, Ausflugsziele und Naherholungsmöglichkeiten.


Der Förderverein Bunte Höfe e.V. setzt sich in der Rostocker Südstadt für kurze Wege im Klimaschutz ein und schafft nebenbei viele weitere Gründe, in diesem Stadtteil wohnen zu wollen. Mit dem Projekt "Kurze Wege Bunte Höfe" will der Verein darauf aufmerksam machen, wie wichtig ein regionaler Lebensmittelkonsum für den CO2-Haushalt ist.


Der Bunte Höfe e.V. entstand im Juni 2017 aus einem Netzwerk Solidarischer Landwirtschaft, einer Organisationsform, in der eine Gruppe von Verbrauchern auf lokaler Ebene mit einem oder mehreren Partner-Landwirten kooperiert. Seitdem hatte sich der Verein zum Ziel gesetzt, Umweltschutz und Bildung für nachhaltige Landwirtschaft in der Rostocker Südstadt zu fördern. Unterstützung fand das neue Projekt „Kurze Wege Bunte Höfe“ im Rahmen der Nationalen Klimainitiative durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Nukleare Sicherheit.


Teil der Öffentlichkeitsarbeit sind Kochkurse, Workshops, Filme, die Etablierung von Schulgärten und Schulgartenunterricht, ein Lernbauernhof in Bandow sowie ein Lehrpfad mit Hochbeeten. Am 23. Juli präsentierte der Verein seinen Lehrpfad in einem großen Bildungsrundgang zum Thema „Essbare Südstadt“. Die zwei Vereinsmitglieder Annette Knauf und Gisela Best führten zusammen mit der Kräuterexpertin Silvia Berg durch den Stadtteil und zeigten, wie sich Rostocker an der wilden Natur und an den frei zugänglichen Beeten des Vereins kostenlos bedienen können. Beginnend bei Himbeer- und Johannisbeerbeeten vor dem Beginenhof und im Kringelgraben - die der Verein nun in die Hände von Paten oder einem Integrationsprojekt für erwerbslose Erwachsene übergab - informierten die drei Frauen auch über wild wachsende Kräuter am Rodelberg. Die dortige Magerwiese bietet erfahrenen Kräutersammlern ein wahres Paradies. Neben dem „Superfood“ Brennnesselsamen fand sich dort spontan auch die Knoblauchrauke, Wegwarte, Wegerich, Schafgabe und Beifuß.

Bild: Magnus Schirmer


Zudem befindet sich auf dem Pfad ein Insektenhotel. Auffällig wird dem interessierten Betrachter, dass anders, als in konventionellen Insektenhotels dort nur ein Haufen Totholz am Waldesrand liegt - ohne eingebohrte Löcher und hübsch arrangierte Materialen. „Nichts ist lebendiger als Totholz“, erfahren die Besucher, denn „die Insekten bohren sich ihre Löcher selbst.“

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