Gut Dummerstorf - Landwirtschaft mit Blick auf Zukunft


Ein Kalb auf Gut Dummerstorf / Bild: Magnus Schirmer
Ein Kalb auf Gut Dummerstorf / Bild: Magnus Schirmer

Mecklenburg-Vorpommern als Flächenbundesland lebt von funktionierender Landwirtschaft. Daher ist die Zukunft des Wirtschaftszweiges für das Bundesland entscheidend. Die Gut Dummerstorf GmbH setzt auf Forschung und Demonstration. Zusammen mit der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei M-V, der Universität Rostock, dem Leibniz-Institut für Agrartechnik, dem Verein Bioökonomie e.V. Potsdam sowie mit dem Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft wird an den üblichen Abläufe in der Landwirtschaft geforscht. Von den Innovationen und neuartigen Konzepten sollen alle im Sektor profitieren, auch Vieh und Klima.


Da das Gut sowohl Milch, Biogas, sowie Agrarerzeugnisse vom Acker produziert, bietet es der Wissenschaft einen breiten Fächer an unterschiedlichen Forschungsgebieten. Beispielsweise ist ein Ziel die Optimierung der Fütterung und dadurch die Fruchtbarkeit, Gesundheit und die Lebensleistung von Milchrindern. Aber auch die bessere Umweltverträglichkeit der Tiere ist ein Ansporn für die Forscher. Die Landwirtschaft ist der einzige Wirtschaftszweig, der bis zum Jahr 2045 nicht das Potenzial hat, vollständig klimaneutral zu werden. Die „Blue Cow“ soll eine Zwischenstufe in Richtung einer klimaneutralen Kuh darstellen. So ist in der Zucht die Stickstoffverwertung der Kuh ein wissenschaftlicher Interessenbereich.


Der Stall mit dem Prototypen-Boden / Bild: Magnus Schirmer
Der Stall mit dem Prototypen-Boden / Bild: Magnus Schirmer

Bereits auf der Zielgeraden befindet sich die bautechnische Minimierung von Emissionen in der Viehzucht. Ein speziell profilierter Boden verhindert die Vermischung von Kot und Harn der Tiere. Durch eine Vermischung beider Ausgangsprodukte entsteht Ammoniak bzw. dessen Freisetzung in die Umgebung, aber der innovativen Boden mindert diesen Vorgang erheblich. Das Gut Dummerstorf ist als einer von drei Betrieben in Deutschland mit diesem Boden-Prototypen ausgestattet. Damit profitieren die Kühe in Dummerstorf auch als erste von den positiven Nebeneffekten: Auf dem sauberen Boden rutschen Tiere mit ihren Klauen nicht mehr so schnell aus und auch für einen Menschen ist erkennbar, dass die Luft im Stall deutlich besser ist. Der Abteilungsleiter Dr. Holger Brandt hofft, dass die Tiere es ihm mit einer höheren Milchmenge an den hochmodernen Melkmaschinen danken werden. Noch könne kein Fazit gezogen werden, da die Milchleistung der Kühe stark unter dem Stress des Einbaus gelitten hat. Bisher geben die Rinder noch eine geringere Menge an Milch ab, als zuvor.


Zufriedene Rinder / Bild: Magnus Schirmer
Zufriedene Rinder / Bild: Magnus Schirmer

Das Thema Milch ist für Brandt ein „Tal der Tränen“. Pro Liter Milch bekomme der Betrieb nur aufgrund guter Eiweiß- und Fettanteile einen Preis von 38 Cent. Die Gewinnschwelle liege erst bei über 40 Cent. Brandt beobachte, wie sich die Milchproduktion aus MV zunehmend verabschiede. Bundesweit seien nur etwa zehn Prozent der Betriebe mit ihren Milchrindern rentabel.


Umsatz generiert das Unternehmen vor allem auf den Feldern und durch die Produktion von Biogas. Gerade im Forschungsbereich Biogas konnten auf dem Gut einige Fortschritte erzielt werden: Nach neuen Erkenntnissen eignet sich auch die Zuckerrübe zur Biogasproduktion. Zwar entstünden dabei viel Wasser und Erde in den Tanks, welche die Produktion hemmten. Bis dato könnten diese Nebenprodukte noch nicht preiswert wiederverwendet werden, aber an Lösungen dafür werde bereits gearbeitet.


Dem Gut liegt es besonders am Herzen, der Landwirtschaft als wichtigem Teil der nordostdeutschen Wirtschaft mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Schließlich lädt das Gut nicht nur Schulen und Fachpublikum zu sich ein, sondern es gibt auch Betriebsführung und kümmert sich um Öffentlichkeitsarbeit für den Agrarsektor.

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