Ocean Technology Campus - Innovation und Wissenschaft im Rostocker Fischereihafen


Bild: Philipp Gustke

Die ersten Mieter sind vor etwas mehr als einem Jahr in das Gebäude des Ocean Technology Campus (OTC) eingezogen. Ein besonderer Standort für neue Technologien und Wissenschaft im Bereich der Meeresforschung direkt am Rostocker Fischereihafen. Zum Basecamp dort gehört ebenfalls ein Unterwassertestfeld vor der Küste Nienhagens in der Nähe der Hansestadt. Das Forschungscluster gewann den Innovationswettbewerb „Clusters4Future“ und soll Forschung und innovative Unternehmen miteinander verbinden. Der Rostocker Bundestagsabgeordnete Peter Stein (CDU) hatte sich im Vorfeld für den Standort stark gemacht und erhielt nun die Einladung, sich vor Ort ein genaues Bild zu machen. Zusammen mit Dr. Carl Thiede und Bianca Souffrant von der Krakenpower GmbH und Uta Hermes, der neuen Koordinatorin des OTC, wurde unter anderem über die Zukunft des Standorts und die vielfältigen Möglichkeiten für den Forschungsstandort Rostock gesprochen.


v.l.n.r.: Dr. Carl Thiede (Krakenpower), Uta Hermes (OTC), Bianca Souffrant (Krakenpower), Peter Stein MdB / Bild: Philipp Gustke
v.l.n.r.: Dr. Carl Thiede (Krakenpower), Uta Hermes (OTC), Bianca Souffrant (Krakenpower), Peter Stein MdB / Bild: Philipp Gustke

Das erst seit einem Jahr geöffnete Gebäude ist bereits jetzt komplett vermietet. Die Nachfrage ist groß und deshalb will man in Zukunft noch mehr Platz für innovative Unternehmen und Forschende schaffen. Dies kann allerdings durch Genehmigungsverfahren noch lange dauern und hierbei nimmt Peter Stein auch die Kommunalpolitik in die Verantwortung. Es sei wichtig, diesen Standort weiter zu entwickeln, so der Bundestagsabgeordnete.


In der nächsten Zeit werde laut der Uta Hermes an einer Dienstleistungsdatenbank für das OTC gearbeitet, welche die nötigen Strukturen für eine reibungslose Zusammenarbeit der einzelnen Partner auf dem Gelände schaffe.. Darüber hinaus seien so auch Angebote für andere Unternehmen schneller erstellbar, was einen klaren Wettbewerbsvorteil ausmache. Die Aufstellung der innovativen Technik in einer Produktpalette sei das Ziel.


Eines dieser Produkte stellte der Geschäftsführer der Krakenpower GmbH, Dr. Carl Thiede, dem Abgeordneten Stein auch gleich in der hauseigenen Werkhalle vor, die sich in unmittelbarer Nähe des OTC befindet. Aktuell werden dort Unterwasser Batterien hergestellt und repariert, die in bis zu 6.000 Metern Tiefe angewendet werden. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen mit den Marinen verschiedener Länder zusammen, um sogenannte Marinesuchfahrzeuge zu entwickeln und herzustellen. Diese sollen einen Beitrag zum auffinden und Bergen von Munitionsaltlasten liefern. Die Entwicklung und Inbetriebnahme solcher Fahrzeuge sei hier schon möglich, so Thiede. Hier solle vor allem der Ausbau des Unterwasser Test Areals vor der Küste weitere Möglichkeiten bieten, wie zum Beispiel ein Munitionsgarten. „Damit könnte bereits unter Laborbedingungen eine Kalibrierung vorgenommen werden“, meint Thiede.


Peter Stein sieht hier auch die Vorteile im Bereich der Systematisierung, um so einheitliche Standards zu entwickeln. „Zusammen mit Kiel und Rostock muss ein internationaler Technologiestandort entstehen.“ sagte der Abgeordnete, der sich selbst stark für eine nachhaltige und umweltfreundliche Entsorgung von Munitionsaltlasten in der Ostsee einsetzt. Mit der Vorbereitung der Industrie solle schon jetzt die Möglichkeiten geschaffen werden, um später Standards zu setzen und auch Zuschläge für künftige Aufträge zu erhalten. Gerade hier sieht Stein auch die ökonomischen Vorteile für die Region. „Auch für Deutschland kann das setzen von Standards bei der Suche nach Munition in der Ostsee ein Alleinstellungsmerkmal hinsichtlich des militärischen Fähigkeitsprofils innerhalb der NATO werden“, so der Abgeordnete weiter.




Portrait Dr. Carl Thiede:

Dr. Carl Thiede, Geschäftsführer Krakenpower GmbH / Bild: Philipp Gustke
Dr. Carl Thiede, Geschäftsführer Krakenpower GmbH / Bild: Philipp Gustke

Thiede war als Experte für Mechatronische Systeme 7 Jahre an der Technischen Universität in Berlin und war verantwortlich für industrielle medizinische Geräte. Später entwickelte er druckresistente Systeme für Unterwasserroboter. Er erhielt im Jahr 2011 seinen Doktortitel und ist seit 2020 Gründer und einer der Geschäftsführer der Krakenpower GmbH.


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